openSUSE 10.3 auf Lenovo/IBM R60 - Update
Seit langer Zeit habe ich ein Abo für SuSE LINUX Professional, inzwischen openSUSE. Heute war es wieder so weit, die aktuelle Version kam per Post über den annehmenden Nachbarn ins Haus. Wenn man das Paket in den Händen hält merkt man sofort, dass die Zeiten üppiger Dokumentation vorbei sind. Aber egal, die Handbücher habe ich sowieso immer nur ins Regal gestellt und dann irgendwann zum Altpapier gegeben. Zwei DVDs sind jetzt in einer handelsüblichen Plastikhülle und bevor ich mit DVD 1 starte, mache ich schnell noch ein Backup meiner Ubuntu Gutsy Installation mit TrueImage - ich bin ja aus Schaden klug geworden.
Die Installation läuft wie gewohnt ab, durch Ubuntu ist man jedoch inzwischen eine Installation mit weniger Fragen und Optionen gewohnt. Da ich die Installation auf meinem R60 "wireless" auf dem Sofa durchführe, bekomme ich keine Möglichkeit, das Online-Update zu konfigurieren. Ich gebe bei bei der Installation auch an, dass ich GNOME und den NetworkManager verwenden will, an beides habe ich mich auf dem Client inzwischen gewöhnt. Nachdem die Installationsroutine fast 3GB auf meine Festplatte geschaufelt hat, kann ich mich endlich unter openSUSE 10.3 einloggen.
Aber hoppla, warum ist der Mauszeiger so gross? Oh, openSUSE läuft mit einem VESA Framebuffer-Treiber und der scheint nur 1024x768 herzugeben. Mit einem Update sollte sich das doch beheben lassen! Das Applet in der Taskbar bietet die Option "Check now" .. also los. Während ich auf eine Reaktion warte denke ich mir noch so: openSUSE, DVDs in Englisch beschriftet, "Check now", ... SuSE stand mal für die deutsche oder europäische LINUX-Distribution ... .
Inzwischen stelle ich fest, dass das Applet der Meinung ist, dass es keine Updates gibt. Das ist ja klasse! Eine neue SuSE-Version und alles ist so ausgereift, dass keine Updates notwendig sind, super!
Nur wie kann ich die Auflösung auf 1400x1050 anpassen? Jetzt will ich im Internet nachsehen und nichts geht! Wo ist das NetworkManager-Applet? Nicht zu finden! Im openSUSE/Novell-LINUX eigenem Startmenu finde ich nach einiger Zeit einen Menupunkt, um das Netzwerk zu konfigurieren. Und kaum setzt man den Haken bei "NetworkManager" und schon erscheint auch selbiger. Das einloggen in mein WPA-geschütztes WLAN klappt dann auf Anhieb. Beim Stöbern im Web lerne ich dann, daß es wohl doch Updates gibt und daß bei den meisten im Rahmen der Installation das Online Update konfiguriert wird. Da ich "wireless" installiert habe und ein geschütztes WLAN habe, bestand während der Installtion keine Online-Verbindung, also auch kein Online Update!
Um es kurz zu machen, nach einigem suchen und direktem Starten von Yast2 - man kennt ja SuSE schon einige Zeit - , finde ich die Möglichkeit, dass Online-Update zu konfigurieren. Daß man sich bei openSUSE jetzt auf der Novell-Webseite registrieren soll überrascht mich nicht, aber mir läuft die Zeit davon. Die LINUX-Installation auf meinem Laptop ist mein Hauptarbeitswerkzeug und das muss morgen früh wieder laufen. openSUSE mit seinen eigenwilligen Menus testet man besser in einer VM!
Oh, nachdem ich das Ubuntu Gutsy Backup mit TrueImage zurückgespielt habe, funktioniert GRUB nicht ... da muss ich wohl noch etwas Hand anlegen!
Mit der Ubuntu-CD (ja CD, nicht DVD ;-) ) ist der Bootmanager GRUB schnell wieder funtionsfähig und das Kapitel openSUSE 10.3 abgehakt.
----------------------------------------------------------
Ich bezweifel, dass openSUSE langfristiger Erfolg beschieden sein wird. Die Stärke von SuSE war lange, daß es einen sehr gut funktionierenden Installer gab, mit dem auch Einsteiger zurecht kamen. Außerdem ließ sich das System einfach und trotzdem umfangreich über YaSt konfigurieren. Beim Thema Benutzerfreundlichkeit und Installation kann sich heute openSUSE eine Scheibe von Ubuntu abschneiden. Und die über merkwürdige Menus verteilten YaST-Module findet kein Einsteiger. Und der Fortgeschrittene ärgert sich eher über die vielen Automatismen, die meinen, etwas konfigurien zu müssen, was man gar nicht will.
Die inzwischen breitere Userbasis von Ubuntu hat, spricht auch gegen openSUSE. Wenn man ein Problem hat, findet sich im Web schnell eine Lösung für Ubuntu, aber für openSUSE? Und dann ist ist da nocht apt ... also schwere Zeiten für openSUSE!
